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Sicherheitserziehung –

Erziehung, Aufklärung und Schadenverhütung

Besucherrekord beim 3. Fachforum zur Brandschutzerziehung und -aufklärung in Lemgo

Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo

Partner in Sachen Sicherheit - v.l. Stefan Weber, Abteilungslungsleiter Schadenverhütung Provinzial Rheinland Versicherung AG, Stephan Neuhoff, stv. Vorsitzender des VdF NRW, Brandassessor Mirco Schneider, Abteilungsleiter Schadenverhütung Westfälische Provinzial Versicherung AG und Tristan Krieger, Referent für Brandschutzerziehung und -aufklärung des VdF NRW

Christian Krane von der Feuerwehr Bestwig präsentiert eindrucksvoll den neuen Brandschutzkoffer

Rund 200 Feuerwehrangehörige aus ganz NRW kamen zum diesjährigen Fachforum Brandschutzerziehung und -aufklärung. Neben einem abwechslungsreichen Tagungsprogramm präsentierten in der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo die Provinzial Rheinland, die Westfälische Provinzial und die Lippische Landes-Brandversicherung ihr Know-how der Schadenverhütung.

In seinem Impulsvortrag zur Zukunft der Brandschutzerziehung und -aufklärung eröffnete der  stellvertretende VdF-Vorsitzende Stephan Neuhoff das Fachforum. Neuhoff betonte, dass die BE/BA-Arbeit eine zentrale Aufgabe der Feuerwehr sei. Folgende Herausforderungen seien besonders beachtenswert: Der demographische Wandel in einer alternden Bevölkerung sowie neu hinzutretende kulturelle Unterschiede im Zuge der aktuellen Flüchtlingsentwicklung. Daher gewinne die Brandschutzerziehung und insbesondere die Brandschutzaufklärung zunehmend an Bedeutung.

Nach der Begrüßung durch Manfred Behrens,  stv. Kreisbrandmeister des Kreises Lippe, folgte die Praxis:  Die Bandbreite der vier Workshops war auch diesmal groß. Von den Schnittstellen der Kinderfeuerwehr zur BE/BA, über die Brandschutzerziehung in Grundschulen bis hin zur Brandschutzaufklärung von Erwachsenen, Flüchtlingen, Menschen mit Beeinträchtigungen und Senioren wurde jeder Teilbereich näher beleuchtet. Diese Themenvielfalt und auch die auf verschiedene Zielgruppen ausgerichteten Konzepte machten deutlich, wie sehr die Anforderungen an eine umfassende BE/BA-Arbeit in den letzten Jahren gewachsen sind und wie wichtig ein regelmäßiger und konstruktiver Austausch ist.

Schwerpunktthema Brandschutzaufklärung bei Flüchtlingen

Mit einer kompakt gestalteten Ausstellung zum Brandschutz präsentierten sich die beiden Provinzial Versicherungen. Brandassessor Mirco Schneider, Leiter der Abteilung Schadenverhütung / Risikoberatung der Westfälischen Provinzial sowie Stefan Weber, Leiter der Abteilung Schadenverhütung der Provinzial Rheinland, freuten sich über reges Interesse: „Insbesondere die Materialien zum Brandschutz und zur Sicherheit in Unterkünften für Flüchtlinge wurden stark nachgefragt.“ So werden spätestens zur Jahresmitte neue Videos zur Sicherheit in Unterkünften für Flüchtlinge bereitstehen. Auf www.sicherheitserziehung.de und im Verbandsmagazin wird zu gegebener Zeit ausführlich berichtet. Zum Thema „Brandschutzaufklärung bei Flüchtlingen“ referierte Jörg Schrömges von der Feuerwehr Pellenz. Er stellte das BA-Konzept seiner Feuerwehr vor. Die vielfältigen Maßnahmen zur Brandschutzaufklärung bei Flüchtlingen machten deutlich, welchen Raum dieses Schwerpunktthema in den nächsten Jahren noch einnehmen wird.

Demografischer Wandel stellt Senioren in den Fokus

Anke Niemeier von der Feuerwehr Lemgo präsentierte den Brandschutzfilm „Feuertaufe“. Dieser neue Film ist in Kooperation mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe entstanden und beabsichtigt mit der dargestellten Handlung dem Aufklärungsauftrag gerecht zu werden. Zielgruppe dieses Filmes sind die Grundschuljahrgänge und die weiterführende Schule bis Klasse Acht. Die Lippische Landesbrandversicherung zeigte eindrucksvoll, wie ein Rauchhaus als modernes Instrument der Brandschutzerziehung eingesetzt werden kann. Helmut Hülsken von der Feuerwehr Bocholt referierte über das Thema „Brandschutzaufklärung bei Senioren“. Durch den demographischen Wandel in der Gesellschaft werde zukünftig der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung stark ansteigen. So werde es trotz moderner Technik nicht weniger Gefahren für Senioren im Alltag geben. Darum sei es wichtig, einen wertschätzenden Kontakt zu Senioren herzustellen, betonte Hülsken.

Schnittstelle zwischen Kinderfeuerwehr und BE/BA-Arbeit

Die Kinderfeuerwehr ist ein neuer Bereich innerhalb der Feuerwehr. In diesem Workshop erarbeiteten die Teilnehmer Gemeinsamkeiten zur BE/BA. Alexander von den Steinen, Bildungsreferent für Kinder- und Jugendfeuerwehr des VdF NRW, informierte über Strukturen und Inhalte der Kinderfeuerwehr. Er lud die Brandschutzerzieher ein, in den Dialog zu gehen und voneinander zu lernen. „Betreuer von Kinderfeuerwehren können sich bei Brandschutzerziehern über BE/BA-Trends und -Inhalte informieren und in einen für beide Seiten gewinnbringenden Austausch treten“, erläuterte von den Steinen.

Ängste abbauen und Vertrauen schaffen  

Brandschutzaufklärung bei Menschen mit Beeinträchtigungen stellt viele Feuerwehren vor Herausforderungen. Die Teilnehmer erlebten eine differenzierte Darstellung der Beeinträchtigungsformen und deren Auswirkungen auf das Verhalten im Brandfall. Dozent Heiner Müthing, Arbeitskreisvorsitzender BE/BA Hochsauerlandkreis, erklärte den Kameradinnen  und Kameraden, wie ein guter Zugang zu Menschen mit Beeinträchtigungen gelingen kann. Hierzu wird der VdF NRW in diesem Jahr weitere Seminarangebote für interessierte Feuerwehrmitglieder anbieten.

Datenerhebung und Brandschutzerziehung in Grund- und weiterführenden Schulen

Stefan Budde vom Kreisfeuerwehrverband Gütersloh ging in seinem Vortrag auf die Datenerhebung in der BE/BA-Arbeit ein. „Anhand von Daten in der Brandursachenermittlung müssen wir auch unsere BE/BA-Arbeit in Zukunft anpassen“, so Budde. Untersuchungen zeigen, dass auch E-Bikes zu einer Brandgefahr für den Menschen werden können. Hier gelte es, auch über „neue“ Brandgefahren im Rahmen der Brandschutzaufklärung hinzuweisen. Oliver Lücke und Harald Heinrichs von der Feuerwehr Solingen stellten ihr Konzept zur Brandschutzerziehung in Grund- und weiterführenden Schulen vor. Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass man auch mit modernen Hilfsmitteln Kinder und Jugendliche für die Brandschutzerziehung begeistern kann. Eines dieser Hilfsmittel ist der Brandschutzkoffer, der mit Unterstützung der Provinzial seit Herbst 2016 sukzessive an alle Feuerwehren in NRW übergeben wird. Das neue pädagogische Instrument und seine Einsatzmöglichkeiten stellte Christian Krane von der Feuerwehr Bestwig in seinem Vortragspart vor.

Fazit und Ausblick

Brandschutzerziehung  und -aufklärung unterliegt einem ständigen Wandel. Neue Zielgruppen, wie der Brandschutz für Flüchtlinge, erfordern neue Konzepte. Der demografische Wandel in der Bevölkerung macht ein stärkeres Zugehen auf ältere Menschen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, nötig. Die Inhalte des nunmehr dritten Fachforums und der Besucherrekord zeigen den großen Bedarf eines praxisorientierten Wissenstransfers. Diesen zu unterstützen, ist ein großes Anliegen der Internetseite www.sicherheitserziehung.de. Ab sofort können dort gute Beispiele effektiver und nachhaltiger BE/BA-Arbeit vorgestellt, gefunden und geteilt werden. Austausch funktioniert durch Mitmachen.

 

 


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