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Brandschutzerziehung –

der Vorsorge verpflichtet 

Brandschutzerziehung im Kindergartenalter

Feuer übt auf Kinder eine geradezu magische Faszination aus. Doch der sorglose Umgang mit Feuer führt jedes Jahr mit rund 600 Brandopfern und Sachschäden in Milliardenhöhe zu schlimmen Katastrophen – jeder dritte Brand wird durch ein zündelndes Kind verursacht! 

Grund genug, frühzeitig mit der Brandschutzerziehung zu beginnen, denn Feuer in seiner Ursprünglichkeit wird heute kaum noch erlebt. Speisen werden gekocht oder gebraten, das Wasser ist heiß und die Wohnung warm, ohne dass offenes Feuer zu sehen oder zu spüren ist.

Mitarbeit der Eltern

Brandschutzerziehung ohne Zusammenarbeit mit den Eltern ist nicht denkbar, da diese

a) informiert sein möchten und

b) die Einrichtung unterstützen müssen, wenn alle gemeinsam erfolgreich sein wollen.

Dazu ist es erforderlich, dass an einem Elternnachmittag oder -abend das Konzept vorgestellt und erläutert wird. Den Eltern muss die Bedeutung und Wichtigkeit der Brandschutzerziehung verdeutlicht werden. Viele Eltern haben im Zusammenhang mit Brandschutzerziehung das Vorurteil:

Jetzt lernt mein Kind im Kindergarten das Zündeln mit Streichhölzern und fackelt mir vielleicht noch meine Wohnung ab!

Hier ist es nun unumgänglich, die Eltern aufzuklären: Nur ein Kind, das Bescheid weiß, kann auch in einer „brenzligen Situation“ reagieren.

Wichtig ist, dass man die Eltern zur Mitarbeit auffordert und sie an ihre Vorbildfunktion erinnert.

Feuer hat auch heute nichts von seiner Faszination verloren. Gerade im Multimediazeitalter schwinden echte Erlebnisräume und Anlässe für eigene Erfahrungen. So werden Kletterpartien eher im Computerspiel als im echten Fels gemeistert oder Fußballspiele vor dem Fernseher überstanden. Wer aber auf reale Erlebnisse nicht zurückgreifen kann, schätzt unter Umständen Situationen und Risiken falsch ein. Diese Tatsache trifft auch auf das Element Feuer zu. Es wird von uns meist nur durch besondere Ereignisse erlebt, sei es durch das faszinierende Erlebnis eines Lagerfeuers oder beim Anblick eines in den Medien dargestellten Waldbrandes. Der wirkliche Umgang mit Feuer bleibt uns oft verwehrt.

Ein Kleinkind warnen die Eltern in der Regel mit den Worten „Vorsicht, du verbrennst dich!“, wenn es zum Beispiel brennenden Adventskerzen zu nahe kommt. Wird das Kind älter, weicht die Furcht vor dem Feuer in vielen Fällen der Neugier, so dass Kinder anfangen, heimlich zu kokeln. Daher ist es wichtig, dass Kinder die Gefahren des Feuers richtig einschätzen lernen.

Angesichts seiner großen Verbreitung und Bedeutung ist es richtig, dass Kinder das Thema Feuer bereits frühzeitig kennen lernen. Dieser Kontakt ist notwendig, damit sie sowohl genügend Sicherheit im als auch angemessenen Respekt vor dem Umgang mit Feuer erlangen. Darüber hinaus ist Feuer mit seinen die Sinne ansprechenden Qualitäten eine besondere Erfahrung wert. Wir sollten daher Kindern Gelegenheit geben, das lodernde, aber auch das gezähmte Feuer kennen zu lernen, und dabei ihre Wahrnehmungen und Interessen ernst nehmen, stärken, stützen und leiten. Der Weg zu einem verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit Feuer ist dann nicht schwer.

Dem Thema Raum und Zeit geben

Berücksichtigung finden sollten bei allen brandschutzerzieherischen Maßnahmen das Alter, das Verhalten und die Entwicklung der Kinder. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erziehungsberechtigten, Erziehern und Feuerwehr ist dabei ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Bei einem so sensiblen Thema ist es unbedingt notwendig, verstärkt aufeinander zuzugehen, zu informieren, zu diskutieren und sich über Erfahrungen auszutauschen.

Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

  • Sich Zeit und Raum nehmen
  • Sich Erlerntes zeigen lassen
  • Die Sinneserfahrungen fördern
  • Das Notrufschema einüben (auch die 112 einprägen)
    • Wer ruft an (Name)?
    • Was ist passiert (Ausmaß)?
    • Wo ist etwas passiert (Adresse)?
    • Wie viele Personen sind betroffen oder verletzt (Situation)?
    • Warten auf Rückfragen oder Anweisungen der Feuerwehr.

Das lodernde Feuer

Die Speisen sind gekocht und gebraten, das Wasser ist heiß, die Zimmer sind warm, ohne dass offenes Feuer zu sehen oder zu spüren wäre.

Dennoch: Die Gefahr und auch die Faszination sind nach wie vor gegeben.

Neugierde und Entdeckergeist, aber auch ein Gefahrenbewusstsein sollen bei Kindern geweckt werden. Sie sollen vielfältige Erfahrungen mit allen Sinnen erleben und „Lust am Feuer“ verspüren. Zwangsläufig ergeben sich dann auch die Aufgaben der Eingrenzung und Kontrolle: etwa mit der Frage, wie wir das entfachte Feuer wieder löschen. Im Verlauf der Brandschutzerziehung erleben die Kinder zunächst mit allen Sinnen und anhand unterschiedlicher Medien die Faszination und Vielfalt des Feuers.

Das gezähmte Feuer

Sie lernen, kleine und große Flammen zu entfachen, und erfahren Sicherheit im Handeln. Anschließend steht das Beherrschen des Feuers im Vordergrund.

Kleine Experimente, auch im Bereich des Löschens, lassen die Kinder nachvollziehen und verstehen. Sie üben das richtige Verhalten im Brandfall und erlernen spielerisch das Absetzen des Notrufes. Das Berufsfeld des Feuerwehrmannes mit seinen verschiedenen Aufgaben wird ihnen nahegebracht. Zum Höhepunkt der „flammenden Erlebnisse“ wird für die Kinder sicherlich ein Feuerfest, das von allen gemeinsam zum Schluss gefeiert werden kann.

Verhalten im Brandfall – das sollten Kinder wissen. Kinder sollten lernen, dass sie, wenn es brennt,

  • sich nicht verstecken dürfen
  • keine Spielsachen mitnehmen sollen
  • den Aufzug nicht benutzen dürfen
  • wenn möglich den Raum verlassen sollten und die Tür hinter sich schließen müssen
  • die Tür schließen und sich am Fenster bemerkbar machen sollen, wenn sie nicht aus der Wohnung fliehen können.

 

 

 

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